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John-Paul Wernecke

Firmen-WLAN planen: Worauf kleine Unternehmen bei Access Points und Abdeckung achten sollten

Access Points, Funkabdeckung, Gäste-WLAN und Verkabelung: So planen kleine Unternehmen ein zuverlässiges Firmen-WLAN.

Weißer WLAN-Router mit Antennen und angeschlossenen Kabeln
In diesem Artikel

Ein zuverlässiges Firmen-WLAN entsteht durch die Planung von Nutzung, Funkabdeckung und kabelgebundener Anbindung. Die Zahl der Access Points lässt sich weder aus der Bürofläche allein noch aus einer pauschalen Empfehlung pro Mitarbeiter ableiten. Entscheidend ist, wo gleichzeitig gearbeitet wird, welche Anwendungen laufen und wie das Gebäude die Funkverbindungen beeinflusst.

Access Points sind die Geräte, die das Funknetz bereitstellen und mit dem übrigen Netzwerk verbinden. Bei einer Neuplanung sollte ihre Position vor dem Kauf feststehen. Wer erst Geräte bestellt und anschließend nach einer Steckdose sucht, macht die Verkabelung und die Funkversorgung unnötig schwierig.

Mit der Arbeit im Büro beginnen

Ein Besprechungsraum mit regelmäßigen Videokonferenzen stellt andere Anforderungen als ein wenig genutzter Flur. Auch ein Lager, in dem mobile Scanner durchgehend erreichbar sein müssen, ist anders zu planen als ein Empfangsbereich mit gelegentlichen Gästen.

Erfassen Sie deshalb auf einem Grundriss die tatsächlichen Arbeitsbereiche. Neben festen Plätzen gehören Besprechungsräume, Telefoniezonen und mobile Wege dazu. Die Anzahl gleichzeitig aktiver Geräte ist wichtiger als die Zahl der Beschäftigten: Notebook, Smartphone und Konferenztechnik können parallel Verbindungen nutzen.

Aus dieser Aufnahme entstehen konkrete Anforderungen. Beispielsweise soll eine Videokonferenz im Besprechungsraum auch bei mehreren Gästen stabil laufen. Oder ein mobiles Gerät soll beim Wechsel zwischen zwei Räumen seine Anwendung weiter nutzen können. Solche Ziele sind später überprüfbar; „überall volle WLAN-Balken“ ist dagegen kein belastbares Abnahmekriterium.

Abdeckung und Kapazität sind zwei verschiedene Fragen

Abdeckung beschreibt, ob an einem Ort eine ausreichend gute Funkverbindung zustande kommt. Kapazität beschreibt, ob die verfügbaren Funkressourcen für die gleichzeitige Nutzung reichen. Ein Gerät kann guten Empfang anzeigen und trotzdem unter hoher Auslastung langsam arbeiten.

Geräte, die denselben Funkkanal nutzen, teilen sich die verfügbare Übertragungszeit. Große Dateiübertragungen und viele gleichzeitige Gespräche beanspruchen diese Zeit anders als gelegentliche E-Mail-Abfragen. Deshalb kann ein Besprechungsraum einen eigenen Planungsschwerpunkt bilden, obwohl er nur einen kleinen Teil der Bürofläche ausmacht.

Mehr Access Points lösen nicht automatisch jedes Problem. Wenn benachbarte Geräte schlecht aufeinander abgestimmt sind, können sie zusätzliche Konkurrenz um Funkzeit verursachen. Zu hohe Sendeleistung kann außerdem eine Verbindung suggerieren, die das schwächere Endgerät in Gegenrichtung nicht zuverlässig aufrechterhält. Die Planung muss beide Kommunikationsrichtungen berücksichtigen.

Standorte, Wände und Frequenzbänder berücksichtigen

Massive Wände, Metallflächen, Regale und Installationsschächte können Funkverbindungen dämpfen oder ungünstig beeinflussen. Ein Access Point im Technikschrank versorgt deshalb nicht zwangsläufig das Büro sinnvoll, auch wenn dort alle Anschlüsse bequem verfügbar sind. Montageposition und Antennenausrichtung sollten zu den Herstellervorgaben passen.

Die Frequenzbänder 2,4, 5 und gegebenenfalls 6 Gigahertz haben unterschiedliche Eigenschaften und werden nicht von allen Endgeräten unterstützt. Ältere Geräte können beispielsweise auf 2,4 Gigahertz angewiesen sein. Neuere Bänder schaffen zusätzliche Möglichkeiten, ersetzen aber weder eine passende Positionierung noch die Prüfung der tatsächlich eingesetzten Geräte.

Eine pauschale Reichweitenangabe in Metern hilft hier wenig. Zwischen einem offenen Raum und mehreren massiven Wänden liegen völlig unterschiedliche Bedingungen. Bei komplexen Gebäuden oder anspruchsvollen Anwendungen kann eine professionelle Funkplanung beziehungsweise Ausleuchtung durch einen spezialisierten Anbieter erforderlich sein. Eine Schätzung aus dem Grundriss allein liefert dann keine hinreichende Sicherheit.

Kabel und Stromversorgung vor der Montage planen

Ein Access Point mit guter Funkverbindung kann durch seine Anbindung ausgebremst werden. Für feste Installationen ist ein Netzwerkkabel zu einem passend dimensionierten Switch meist eine gut planbare Grundlage. Der Switch verbindet die kabelgebundenen Geräte untereinander und mit Router oder Firewall.

Bei Power over Ethernet, kurz PoE, erhält ein unterstütztes Gerät Strom über das Netzwerkkabel. Vor der Auswahl müssen der erforderliche PoE-Standard, die Leistung pro Anschluss und das gesamte Leistungsbudget des Switches zusammenpassen. Auch Reserven für weitere Access Points oder Telefone gehören in die Planung.

Eine drahtlose Verbindung zwischen Access Points kann dort sinnvoll sein, wo Kabel schwer nachrüstbar sind. Sie benötigt aber selbst eine stabile Funkstrecke und beansprucht je nach Aufbau weitere Funkressourcen. Ein Mesh-Netz ist deshalb keine automatische Lösung für jeden schwer erreichbaren Bereich. Vor allem bei einem Umbau lohnt es sich, geeignete Kabelwege früh vorzusehen.

Gäste und Firmenzugänge technisch trennen

Ein zweiter WLAN-Name genügt nicht als Nachweis einer sicheren Trennung. Der Gästezugang sollte so eingerichtet sein, dass interne Arbeitsplätze und zentrale Systeme entsprechend dem vorgesehenen Konzept nicht erreichbar sind. Wo benötigt, verhindert zusätzliche Client-Isolation direkte Verbindungen zwischen Gastgeräten.

Die Trennung setzt ein Zusammenspiel aus Access Point, Switch und Firewall voraus. Logische Netzbereiche, häufig über virtuelle lokale Netze beziehungsweise VLANs realisiert, müssen durchgängig zugeordnet werden. Unsere veröffentlichten Grundlagen zu Firewall und VPN erklären die Rolle der Zugriffskontrolle zwischen solchen Bereichen.

Auch der Firmenzugang sollte zum Betrieb passen. Ein gemeinsames Kennwort ist einfach einzurichten, lässt sich bei Personalwechseln aber nur für alle gemeinsam ändern. Personen- oder gerätebezogene Anmeldung kann in geeigneten Umgebungen die Verwaltung verbessern. Die Entscheidung muss berücksichtigen, welche Endgeräte unterstützt werden und wer den Anmeldedienst betreut.

Planung an einem Beispiel festmachen

Für ein hypothetisches Büro mit zwölf Beschäftigten könnte die Anforderungsliste so beginnen. Die Tabelle bestimmt bewusst noch keine Gerätezahl.

Bereich Erwartete Nutzung Planungsschwerpunkt Abnahme
Arbeitsbereich Notebooks, Cloud-Anwendungen, gelegentliche große Übertragungen Gleichzeitige Nutzung und kabelgebundene Alternativen Relevante Anwendungen unter typischer Last prüfen
Besprechungsraum Videokonferenzen und mehrere Gastgeräte Kapazität am Nutzungsschwerpunkt Konferenz mit Bild und Ton sowie Gästezugang testen
Empfang Gäste und ein fester Arbeitsplatz Getrennte Zugriffe Internet für Gäste; interne Systeme bleiben gesperrt
Wege zwischen Räumen Mobile Geräte Wechsel zwischen Access Points Anwendung beim Ortswechsel beobachten

Bei der Abnahme sollte außerdem geprüft werden, ob die Geräte tatsächlich im vorgesehenen Netz arbeiten und die erwarteten Zugriffe erhalten. Ergebnisse und offene Bereiche werden dokumentiert. Tritt später eine Störung auf, hilft unsere systematische WLAN-Fehleranalyse, Abdeckung, Auslastung und weitere Ursachen auseinanderzuhalten.

Unsere Leistung Netzwerk & WLAN umfasst Planung und Installation sowie die vereinbarte Betreuung. WLAN-Ausleuchtungen oder Messdienstleistungen bieten wir aktuell nicht an. Für eine konkrete Planung sind Grundriss, typische Nutzung und vorhandene Verkabelung ein guter Ausgangspunkt; bei besonderem Messbedarf sollte dieser zusätzlich eingeplant werden.

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